Zu Gast in der Robert-Schuman-Realschule – Mein Weg aus der Neonaziszene
- Manuel Bauer

- 2. Feb.
- 1 Min. Lesezeit
Am vergangenen Mittwoch war ich zu Gast bei den zehnten Klassen der Robert-Schuman-Realschule und habe einen sehr persönlichen Einblick in meine frühere Zeit in der Neonaziszene und meinen Weg zurück in ein demokratisches Leben gegeben.
Im Musiksaal habe ich geschildert, wie Radikalisierung bei mir schrittweise begann – durch Anwerbestrategien, Gruppendruck und das trügerische Gefühl von Gemeinschaft. Mir war wichtig zu betonen: Radikalisierung passiert nicht über Nacht, sondern oft mit „einfachen Antworten“ auf komplexe Fragen und dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören.
Besonders eindringlich waren die Konsequenzen, die das für mein Leben hatte: zerbrochene Freundschaften, Konflikte, Gewalt und eine zunehmende Verrohung des eigenen Denkens. Auch der Ausstieg war kein kurzer Schritt, sondern ein langer Prozess, der Mut, Unterstützung und ehrliche Selbstkritik gebraucht hat. Heute nutze ich diese Erfahrungen in der Präventionsarbeit und gehe bewusst in Schulen, um frühzeitig zu sensibilisieren.
Die Schüler*innen haben sehr aufmerksam zugehört und waren spürbar betroffen. Auch die Lehrkräfte haben hervorgehoben, wie wichtig authentische Berichte sind, um Demokratiebildung greifbar zu machen. Insgesamt war die Veranstaltung ein klarer Beitrag zur politischen Bildung und zur Stärkung demokratischer Werte. Hier geht es zum vollständigen Bericht der Schule: https://www.robert-schuman-realschule.com/post/aussteiger-berichtet-an-der-robert-schuman-realschule-von-seinem-weg-aus-der-neonaziszene



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